Montag, 8. Juli 2013
Tillich über Nietzsche
paulemeister, 23:54h
Liebe Freunde,
vor Kurzem las ich, aus einer Laune heraus, erneut einige Kapitel im Zarathustra und möchte an dieser Stelle einmal mit Nachdruck empfehlen, sich mit diesem Werk Friedrich Nietzsches eingehender auseinanderzusetzen. In kaum einem anderen Zeugnis des Ringens der Menschen mit dem Nichtsein und der aus ihm stammenden Angst, wird deutlicher, dass jedweder Mut zum Sein eine offene aber im mindesten verborgene religiöse Wurzel hat, wie ich in „Der Mut zum Sein“ ausführlich dargelegt habe.
Beginnt das Buch noch mit der Feststellung, dass Gott tot ist, vorgetragen von einem leichten, tanzenden und begeisterten Zarathustra, wird dieser später mit all jenen Ängsten konfrontiert, die ein solcher Verlust eines geistigen Zentrums, wie Gott es darstellt, mit sich bringt. Mit diesen ontischen wie geistigen Ängsten ringt Nietzsches Protagonist das ganze Buch hindurch und in seinen Lösungen werden die religiösen Wurzeln deutlich. Auch Nietzsche findet seinen Mut zum Sein schlussendlich in einem dynamischen Lebensprozess, im dyonisischen ewigen sich selbst und über sich selbst hinauswollenden Sein. In etwas also, das gleichermaßen Grundlage des individuellen Seins, aber gleichzeitig diesem erhoben, etwas weit über es hinausschreitendes ist.
In jedem Fall sei hier empfohlen, sich an der bloßen Schönheit dieser Schilderungen zu erfreuen und die Offenheit und Konsequenz zu beachten, mit der Nietzsche nach einer Lösung für ein jeden Menschen betreffendes Problem sucht.
Fiktiver Brief Paul Tillichs über die Angst bei Nietzsche.
Vgl: Nietzsche, Friedrich; Also sprach Zarathustra- Kritische Studienausgabe, Colli; Montinari; München 200711.
Zur eingehenderen Betrachtung siehe Nietzsche, Friedrich; Also sprach Zarathustra; Dritter Teil, Vom Gesicht und Räthsel; Aphorismus 1.
vor Kurzem las ich, aus einer Laune heraus, erneut einige Kapitel im Zarathustra und möchte an dieser Stelle einmal mit Nachdruck empfehlen, sich mit diesem Werk Friedrich Nietzsches eingehender auseinanderzusetzen. In kaum einem anderen Zeugnis des Ringens der Menschen mit dem Nichtsein und der aus ihm stammenden Angst, wird deutlicher, dass jedweder Mut zum Sein eine offene aber im mindesten verborgene religiöse Wurzel hat, wie ich in „Der Mut zum Sein“ ausführlich dargelegt habe.
Beginnt das Buch noch mit der Feststellung, dass Gott tot ist, vorgetragen von einem leichten, tanzenden und begeisterten Zarathustra, wird dieser später mit all jenen Ängsten konfrontiert, die ein solcher Verlust eines geistigen Zentrums, wie Gott es darstellt, mit sich bringt. Mit diesen ontischen wie geistigen Ängsten ringt Nietzsches Protagonist das ganze Buch hindurch und in seinen Lösungen werden die religiösen Wurzeln deutlich. Auch Nietzsche findet seinen Mut zum Sein schlussendlich in einem dynamischen Lebensprozess, im dyonisischen ewigen sich selbst und über sich selbst hinauswollenden Sein. In etwas also, das gleichermaßen Grundlage des individuellen Seins, aber gleichzeitig diesem erhoben, etwas weit über es hinausschreitendes ist.
In jedem Fall sei hier empfohlen, sich an der bloßen Schönheit dieser Schilderungen zu erfreuen und die Offenheit und Konsequenz zu beachten, mit der Nietzsche nach einer Lösung für ein jeden Menschen betreffendes Problem sucht.
Fiktiver Brief Paul Tillichs über die Angst bei Nietzsche.
Vgl: Nietzsche, Friedrich; Also sprach Zarathustra- Kritische Studienausgabe, Colli; Montinari; München 200711.
Zur eingehenderen Betrachtung siehe Nietzsche, Friedrich; Also sprach Zarathustra; Dritter Teil, Vom Gesicht und Räthsel; Aphorismus 1.